KI-Kennzeichnungspflicht: ganz entspannt durch Art. 50 EU AI Act
- KiPROOF Redaktion

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Seit dem 2. August 2026 gilt eine KI-Kennzeichnungspflicht: KI-generierte Texte und Bilder müssen unter bestimmten Voraussetzungen gekennzeichnet werden. Das klingt erstmal nach zusätzlicher Bürokratie, ist es am Ende aber gar nicht. Wenn man einmal weiß, worauf es ankommt, lässt sich die Frage in den meisten Fällen ziemlich entspannt beantworten.
Wir haben schon einmal über den EU AI Act und seine Risikoklassen geschrieben, Art. 50 gehört zur Kategorie mit dem geringsten Risiko: Hierbei geht es schlicht um Transparenz. Nichts, wovor man sich fürchten muss, nur etwas, das man einmal durchdenken sollte.
Genau deshalb haben wir die Regeln aus Art. 50 EU AI Act in eine Infografik übersetzt.

Bei Texten reichen zwei einfache Fragen
Erste Frage: Geht es in Ihrem Text um ein Thema von öffentlichem Interesse, also zum Beispiel Politik, Gesundheit, Sicherheit oder Wirtschaft?
Ist das nicht der Fall, bleibt es unkompliziert: Werbetexte, Produktbeschreibungen, interne E-Mails oder Unterhaltungsinhalte fallen nicht unter Art. 50. Keine Kennzeichnung nötig.
Wenn ja, kommt eine zweite Frage dazu: Hat jemand den Text noch einmal gegengelesen und die redaktionelle Verantwortung dafür übernommen? Wenn Sie auch diese Frage mit "Ja" beantworten können, dann bleibt alles wie gehabt. Ein KI-Entwurf, der redaktionell überarbeitet und freigegeben wurde, ist im Sinne des Gesetzes kein „KI-generierter" Text mehr. Nur wenn ein KI-Text zu einem öffentlich relevanten Thema komplett ungeprüft veröffentlicht wird, sollte er als KI-generiert kenntlich gemacht werden.
Bei Bildern entscheidet der Deepfake-Test
Auch hier steht am Anfang eine einfache Frage: Zeigt oder verändert das Bild reale Menschen, Orte oder Ereignisse so, dass man es für echt halten könnte? Falls ja, spricht man rechtlich von einem Deepfake.
Bei Illustrationen, Fantasy-Motiven, abstrakten Grafiken oder Icons braucht es sich niemand schwer zu machen, hier greift ohnehin keine sichtbare Kennzeichnungspflicht.
Geht es tatsächlich um einen Deepfake, kommt es noch darauf an, ob das Bild klar als Kunst, Satire oder Fiktion erkennbar ist. Dann reicht ein dezenter Hinweis, etwa in der Bildunterschrift. Ist das nicht der Fall, zum Beispiel bei einem KI-Foto eines Ereignisses, das nie stattgefunden hat, braucht es eine klar sichtbare Kennzeichnung wie „Mit KI erzeugt".
Drei Dinge zur KI-Kennzeichnungspflicht, die man sich einfach merken kann
Erstens: KI-Anbieter müssen ihre Inhalte zusätzlich maschinenlesbar markieren, über Metadaten oder Wasserzeichen. Darum müssen Sie sich als Nutzer:in in der Regel nicht selbst kümmern.
Zweitens: Auch Chatbots sollten erkennen lassen, dass man mit einer KI spricht und nicht mit einem Menschen.
Drittens: Kleine Bearbeitungen, die an Inhalt oder Bedeutung nichts Wesentliches ändern, fallen nicht unter die Pflicht. Wer am Ende veröffentlicht, trägt aber weiterhin selbst die Verantwortung für die Kennzeichnung, das lässt sich nicht einfach outsourcen.
Und jetzt?
Das klingt jetzt erstmal nach einer Menge Aufwand, das geben wir gerne zu. Vielleicht denken Sie gerade sogar: Dann lasse ich lieber ganz die Finger von KI, wer weiß schon, was am Ende mit meinen Daten passiert.
Die eigentliche Herausforderung ist meistens gar nicht die Kennzeichnung selbst, sondern zu wissen, wo im Unternehmen überhaupt KI zum Einsatz kommt, und die eigenen Leute im Umgang damit fit zu machen.
Als KiPROOF sind wir für Sie da, um Sie genau dabei zu unterstützen: KI datensouverän im Unternehmen einzusetzen. Jede und jeder in Ihrem Team bekommt mit einer einzigen Lizenz Zugriff auf mehrere führende KI-Modelle gleichzeitig, darunter ChatGPT, Gemini und Claude, stets in den neuesten Versionen, statt sich mit einzelnen privaten Accounts zu behelfen. Sensible Daten werden dabei automatisch maskiert, bevor sie ein Modell überhaupt erreichen, und alles läuft über deutsche Server in Frankfurt am Main.
Weil der EU AI Act an anderer Stelle ohnehin verlangt, dass Mitarbeitende im Umgang mit KI geschult werden, bringen wir das gleich mit: passende Schulungen für Ihre Teams, damit alle nicht nur wissen, welches Modell sie nutzen dürfen, sondern auch, worauf es bei Fragen wie in diesem Artikel ankommt.
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